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Kinder & Jugendliche

Cinemanya

Mit dem Fimkoffer unterwegs zu Flüchtlingskindern und -jugendlichen

Aufgeplappter silberner Metallkoffer mit DVDs

Kein Tag in den vergangenen Monaten ohne Nachrichten von Zerstörung und Flucht, vom Ankommen der Flüchtlinge aus den Krisengebieten. Zahlreiche Institutionen, Vereine und kulturelle Träger haben es sich seitdem zur Aufgabe gemacht, die vielen Menschen, willkommen zu heißen und ihnen zu helfen, sich in der Fremde, die hoffentlich bald ein Zuhause sein kann, zurechtzufinden.

Das Goethe Institut ist eine dieser Institutionen. 15 Filmkoffer hat es für Filmvorführungen mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen zur Verfügung gestellt. Kuratiert wurde die Filmauswahl vom Internationalen Filmfestival für Kinder und junges Publikum Schlingel. 18 Langfilme mit arabischen und deutschen Untertiteln oder in arabischer Synchronfassung sowie zwei nonverbale Kurz- und Animationsfilmprogramme sind das Ergebnis. Gesichtet wurden diese Filme von Mitarbeitern der Stiftung WingsofHope Deutschland, die den Inhalt auf mögliche Trauma auslösendeTrigger überprüft haben. Als Projektpartner konnte das Goethe Institut den Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF) gewinnen. Aus dessen ca. 1.000 Mitgliedern der kulturellen Kinder- und Jugendfilmarbeit wurden für jedes Bundesland »Kofferpaten« gewonnen, die als Ansprechpartner für Kulturzentren, Schulen oder Einrichtungen für Geflüchtete fungieren, diese aufsuchen und vor Ort Filmvorführungen mit pädagogischen Begleitaktionen durchführen. Vorrangig sollen möglichst langfristige Kooperationen zwischen dem Kofferpaten und den jeweiligen Einrichtungen aufgebaut werden. MehrmonatigeFilmreihen, Film- oder Projektwochen sind erklärtes Ziel des Cinemanya-Projektes. Dank des Goethe Instituts und des ehrenamtlichen Einsatzes der Kofferpaten entstehen den Einrichtungen keine Kosten, was die Durchführung der Veranstaltungen größtenteils überhaupt erst ermöglicht.

Film birgt das wunderbare Potential, kurzweilige Unterhaltung mit nachhaltigen Erfahrungen zu verknüpfen. DieFilmvorführungen im Rahmen von Cinemanya bedeuten gemeinsames Erleben, Flucht aus dem Alltag, Eintauchen in Leinwandabenteuer. Sie sind aber auch eine Möglichkeit, ein Verständnis unserer Kultur zu vermitteln und das Erlernen unserer Sprache zu fördern. Ausschlaggebend ist hierbei der gemeinschaftliche Aspekt der Filmvorführungen. Teil eines Kinopublikums zu sein, erfordert Kommunikation und das Aushandeln von Bedürfnissen, es bedeutet miteinander Spaß haben und seine Eindrücke mit seinem Sitznachbarn teilen zu können. Einealtersgerechte Moderation, die Möglichkeit, Fragen stellen zu können und anschließende spielerische oder kreative Aktionen bringen den Film auf eine andere Ebene und erlauben den Kindern und Jugendlichen, dem Gesehenen noch einmal nachzuspüren. Filmvorführungen wie diese helfen, Erfahrungen zu sammeln, die junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung weiterbringen können. In der besonderen Situation der geflüchteten Jungen und Mädchen vermitteln dieFilmvorführungen möglicherweise schon das Gefühl, am kulturellen Leben unserer Gesellschaft teilzuhaben und machen im besten Fall Lust auf mehr.

Mir als Kofferpatin auf jeden Fall! Mehr Filmvorführungen, mehr Erfahrungen, die ich aus jeder dieser Veranstaltungen mit nach Hause nehme- und gerne mehr Konzepte wie das in Bielefeld. Dort richten sich dieCinemanya-Veranstaltungen in einer beschaulichen Einfamilienhaussiedlung, die seit dem letzten Jahr auch zwei Wohnheime für Geflüchtete umfasst, gezielt an alle Bewohner des Viertels. Ein Filmnachmittag, um sich kennenzulernen, Film als Nachbarschaftstreffen. Zwar haben sich bisher lediglich eine paar Ehrenamtler unter das Publikum gemischt, doch ich hoffe sehr, dass sich das bei den kommenden Veranstaltungen ändern wird. Denn Filmvorführungen, die den Zugang zu unserer Kultur und Gesellschaft erleichtern sollen, brauchen auch eine Gesellschaft, die ihren neuen Mitgliedern Interesse entgegenbringt

2017 soll das Projekt fortgesetzt werden - mit 20 zusätzlichen Koffern, damit noch mehr Kofferpaten unterwegs sein können. Hinzu kommen zwei neue Filme sowie die Erweiterung der Untertitel und Sprachfassungen um Dari.

Ihre Ansprechperson:

Foto: Franziska Ferdinand

Franziska Ferdinand
Wissenschaftliche Volontärin
Medienbildung

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F +49 (0) 211 27404-3200
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